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04.10.2011
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Dienstag, 04.10.2011
Das Missgeschick
Kürzlich, als ich über mein langes Hobbyköchindasein nachdachte, fiel mir eine ziemlich peinliche Geschichte ein. Ok, jeder hat sicherlich einmal einen Faux Pas begangen, doch dem einen oder anderen gelingt es, ihn im Laufe der Jahre zu vergessen. Nun, bei mir scheint das nicht der Fall zu sein. Und um diese Geschichte aufzuarbeiten, dachte ich mir: „Schreib’ sie einfach nieder.“
Die Geschichte begann so:
Ich war damals Anfang zwanzig und von meiner Hobbyköchinkarriere weit, weit entfernt. Doch meine Gastfreundschaft war zu diesem Zeitpunkt schon sehr ausgeprägt. Also lud ich vier Freunde zum Essen ein. Was ich den Gästen kredenzte kann ich im Detail nicht mehr sagen, doch das Dessert blieb mir Kopf. Ja, als Nachspeise servierte ich Mousse au Chocolate. Die aus der Fertigpackung. Das Pulver. Von Dr. Oetker oder so…
Da mir der Haushalt – ich lebte damals noch bei meinen Eltern –nicht ganz geläufig war, konnte ich den Handmixer nicht finden. Bei meiner Suche stieß ich auf eine Küchenmaschine. In dieser Küchenmaschine befand sich auch ein Messereinsatz. Ok, dachte ich mir, damit machen wir die Schokolade klein. Denn ich hatte beschlossen, der geplanten Mousse ein paar Schokoladenstückchen zuzufügen. Also zerkleinerte ich mit besagter Küchenmaschine und dem Messereinsatz die Schokolade.
Anschließend – nach weiteren 10 Minuten – fand ich den Handmixer und konnte dem Mousse-Pulver mit der Milch zu einer cremigen Konsistenz verhelfen. Danach mischte ich die Schokostückchen darunter.
Und dann kamen die Gäste. Wir aßen und schließlich kamen wir zum Dessert. Lecker sah es aus – die Mousse in den Glasschälchen. Ich aß keines – das lag wohl daran, dass die Packung nur vier Portionen hergab.
Nach einer Weile meinte ein Gast: „Mmmmm….irgendwie beiße ich immer auf etwas Hartes.“
Was soll denn an einer Mousse hart sein?
Ich sah den jungen Herrn strafend an. Er kaute und kaute…
Dann meinte auch der nächste: „Komisch, bei mir auch….“
Der Erste holte ein kleines braunes Stück aus dem Mund.
„Das ist die Schokolade“, meine ich beschwichtigend. „Die habe ich vielleicht nicht richtig klein gehackt.“
„Ach so“, meinte der Geschädigte und steckte das Stück wieder in den Mund. Auch die anderen kauten weiter. Und sie aßen die ganze Mousse auf. Wahrscheinlich trauten sie sich nicht mehr, zu meckern.
Einige Tage später fragte mich meine Mutter. „Sag mal, hast Du die Küchenmaschine benutzt?“
„Ja, warum?“
„Dann weißt Du doch bestimmt auch, wo der braune Messerüberzug ist? Der aus Leder.“
Messerüberzug? Leder? Braun?
Und dann fiel es mir ein: ich hatte vergessen, den braunen Messerüberzug abzunehmen, als ich die Schokolade zerkleinerte. Und diesen hat es ebenfalls in kleine Stücke geschnitten. Das ist nicht weiter aufgefallen, weil er ja die Farbe der Schokolade hatte.
Ich weiß nicht, warum ich diese Gäste kein weiteres Mal bei mir zu Hause zum Essen empfangen hatte. Entweder habe ich sie nicht mehr eingeladen, weil es mir zu unangenehm war oder aber sie sind nicht mehr gekommen, weil sie meine Kochkünste ablehnten…