Archivseiten > 2011 > 09-Sep
07.09.2011
*****
Mittwoch, 07.09.2011
Reisesüchtig
Ich bin reisesüchtig! Ja, ich gebe es zu: ich bin reisesüchtig!
„Hi, ich heiße Kirsten und ich bin reisesüchtig!“
„Hi, Kirsten!“
Wenn ich mir das ideale Leben vorstelle, dann stelle ich es mir folgendermaßen vor: ich bereise viele Länder, treffe interessante Menschen, lerne deren Küchen, Rezepte und Gewürze kennen, sehe wunderschöne Städte und begegne unterschiedliche Traditionen und Lebensformen. Ich träume von Großstädten wie New York, Shanghai oder Hongkong, von rauschenden Wasserfällen in Südamerika, von traumhaften philippinischen Inseln, von großartigen Nationalparks in den USA, von spannenden Safaris in Afrika und einer aufregenden Dschungeldurchquerung in Australien. Ich könnte die Liste endlos fortsetzen, aber das lasse ich besser, denn sonst steigen mir die Tränen in die Augen und mein Kopf senkt sich auf die Schreibtischplatte. Verzweifelt schluchzend wäre ich nicht mehr in der Lage auch nur ein einziges Wort zu tippen. Nein, tapfer richte ich meinen Blick wieder auf den Bildschirm, klicke die von mir aufgerufenen Seiten mit entsprechenden Fotos weg und widme mich wieder „Table Talks“.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, reisen.
Die letzten drei Wochen habe ich in Portugal verbracht, denn dort lebt ein Teil meiner Familie. Und wie immer, wenn wir im Urlaub sind (das ist nicht nur so, wenn man nach Portugal reist), dann besuchen wir das eine oder andere einheimische Lokal. Wir waren beispielsweise Hühnchenessen in einem kleinen, einfachen und für jedermann erschwinglichen Restaurant. Ein Geheimtipp sozusagen. Dann waren wir in einem anderen kleinen Lokal, in dem schwarzes Schwein serviert wurde. Ebenfalls ein Geheimtipp. Auch diese Liste könnte ich fortsetzten. Doch ich fasse es einfach zusammen: all diese Lokale haben eines gemeinsam: sie sind äußerst gut, sie servieren traditionelles, portugiesisches Essen, sind preiswert und werden sowohl vom einheimischen Arbeiter wie auch vom gut verdienenden Portugiesen oder dem in Portugal lebenden Auswanderer besucht. Und noch eines haben sie gemeinsam: die Einrichtung ist spartanisch. Aber wen stört das, wenn die Küche stimmt, das Personal überaus freundlich und der Koch oder der Lokalbesitzer hin und wieder am Tisch vorbeischaut, auf den Teller blickt und fragt: „Und? Ist es gut?“? Mich nicht. Im Gegenteil: da fühle ich mich wie bei Mama. Meist arbeitet dort sogar die ganze Familie, was dem Ganzen noch ein ganz besonderes Flair verleiht. Hierfür lasse ich jedes 5-Sterne-Restaurant links liegen, gehe an jedem Sushi-Lokal ohne mit der Wimper zu zucken vorbei und übergehe jeden noch so attraktiven Delikatessenimbiss geflissentlich. Denn für mich zählt mehr als gute Küche. Für mich zählen auch eine lockere, gemütliche Atmosphäre und ein herzlicher Service.
In Italien gehe ich beispielsweise gerne in kleine italienische Restaurants abseits der Touristenmeilen, in Thailand esse ich in irgendwelchen Hütten am Strand, in Nepal habe ich in kantinenähnlichen Restaurants oder in kleinen Cafés in Kathmandu gespeist, in Indonesien aß ich Satéspießchen mit Erdnusssauce direkt vom kleinen Wagen an der Straße und in Costa Rica genoss ich Bills Sandwiches und frisch gepresste Obstsäfte in seiner Holzbude. Das heißt nicht, dass ich ein Essen in einem Mehrsternerestaurant nicht zu schätzen weiß. Nein, es heißt nur, dass ich es vorziehe inmitten der Menschen, der Einheimischen zu essen.
Und weil ich so gerne reise, koche ich auch oft international und hole mir auf diese Weise die Länder nach Hause.
So habe ich beschlossen, mal wieder Antipasti zu machen. Ein italienischer Klassiker, der schnell zubereitet ist und immer gut bei Gästen ankommt.
Und während ich die Antipasti vorbereite, denke ich an Florenz, Pisa, Elba. Und an kleine toskanische Fischerdörfer. Ich sehe vor meinem geistigen Auge die schönsten Weinanbaugebiete und ein Meer von Olivenbäumen. Und ich sehe einsame Häuser umgeben von Zypressen...
Ja, ich bin reisesüchtig…
Antipasti |
||
3 |
|
Zucchini |
Zubereitung:
1.
Backofen auf 200°C Ober-Unterhitze vorheizen.
Champignons, Zucchini und Paprika in dicke Scheiben schneiden. Alles auf ein geöltes Backblech geben, salzen, Pfeffern und Thymian, Rosmarin und gehackten Knoblauch darüber verteilen. Anschließend das Öl darüber geben.
Das Ganze ca. 20 - 30 min in den Backofen geben.
2.
Für die Marinade die Schalotten klein hacken. Schale der Limetten mit einem Zestenreißer abreiben, dann Limetten auspressen. Limettensaft, Schalotten, Zesten, Balsamico, Essig und Öl miteinander verühren.
3.
Lorbeerblätter auf dem lauwarmen Gemüse verteilen, die Marinade über das Gemüse geben und mindestens 3-4 Stunden durchziehen lassen.
Dazu Weißbrot reichen.
Tipp: Auch Auberginen eignen sich für Antipasti.