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13.04.2011

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Mittwoch, 13.04.2011

Die Spaßbremse

Möchten Sie wissen, wie man sich auf einer Party in kürzester Zeit ins soziale Aus katapultiert? Ganz einfach: Gehen Sie hin – vielleicht sogar noch verspätet -, essen und trinken Sie ausreichend, um dann anschließend öfters auf die Uhr zu sehen und vor versammelter Mannschaft anzukündigen, dass es langsam Zeit wird, wieder heimzugehen. „Es ist ja schon spät und eigentlich hätte ich gar keine Zeit gehabt zu kommen, aber ich wollte doch mal ‚hallo’ sagen.“ Mit diesen Worten verabschieden Sie sich dann. Damit machen Sie sich beliebt! Vielleicht nicht beim Gastgeber und wahrscheinlich auch nicht bei den heiteren Gästen, aber immerhin bei denjenigen, die eigentlich auch schon lange gehen wollten, aber nicht den Mut hatten, die Ersten zu sein.

Tatsache ist, dass groß angekündigte frühzeitige Aufbrüche der Tod einer jeden Party, eines Essens oder eines sonstigen gesellschaftlichen Events sind. Der Erste, der geht, ist meist derjenige, der weitere Gäste dazu animiert, ebenfalls ihr Ränzlein zu schnüren und die heimischen Gefilde vor der Geisterstunde aufzusuchen. Das verursacht dann im Laufe der nächsten – sagen wir mal – 60 Minuten einen extremen Gästeschwund, da sich auch diejenigen, die zuvor noch heiter das Tanzbein geschwungen oder sich fröhlich unterhalten haben, dann mitreißen lassen und ebenfalls das Fest verlassen. „Eigentlich müssen wir ja morgen auch früh raus“ oder „Naja, wenn die anderen gehen, dann schließe ich mich doch gleich an“ hört der verblüffte Gastgeber noch, ehe die Tür ins Schloss fällt.

Ich kenne das!

Und zwar von beiden Seiten. Auch ich – das muss ich zugeben – habe schon das eine oder andere Mal eine gesellschaftliche Zusammenkunft frühzeitig verlassen. Sei es, dass ich müde oder einfach nicht in der Stimmung war. Oder, weil es mir einfach nicht gefallen hat.

Ja, auch mir ist das schon passiert – selten, aber immerhin. Und dann war ich froh, wenn jemand vor mir seinen Aufbruch angekündigte und ich in dessen Windschatten die Feierlichkeit verlassen konnte/durfte.

Aber ich kenne auch die Sicht des Gastgebers. Da kommt so eine Spaßbremse und zerstört einen lange vorbereiteten Abend mit den Worten: „Ich muss los, morgen wird ein harter Tag.“ Und ehe man es sich versieht, fällt den anderen ein, dass der Hund noch raus muss, dass morgen in aller Hergottsfrüh ein wichtiger Termin stattfindet oder dass der Babysitter jetzt und sofort abgelöst werden muss.
Wie auch immer – das Event ist dahin, die Stimmung im Keller und der Schwur, nie wieder eine Einladung auszusprechen, liegt auf der Zunge.

Ich könnte jetzt den einfachen Tipp geben, die Gästeliste vorab nochmals genauestens auf derartige – mittlerweile vielleicht schon bekannte – „Partysprenger“ und „Eventbanausen“ zu prüfen, und gegebenenfalls diese erst gar nicht einzuladen. Doch unter uns gesagt: man weiß vorher nie, wer genau der „Party-Maulwurf“ sein wird, der das Fest untergräbt. Vielleicht kommt er getarnt als gutgelaunte, tanzbegeisterte Stimmungskanone und zeigt erst kurz vor elf sein wahres Gesicht. Das Gesicht eines fiesen, fiesen Festzerstörers. Dabei verabschiedet er sich laut und deutlich, so dass es der letzte Gast in der hintersten Ecke noch mitbekommt, mit den Worten: „So, schön war’s, aber ich muss los!“
Was kann man da noch sagen? Nichts mehr! Außer: Beim nächsten Mal schreibe ich auf die Einladungskarten, dass jeder Gast, wenn er geht, doch bitte von einer Verabschiedung absehen und klammheimlich still und leise den Ort des Geschehens verlassen möge. Nein, das ist keine Unhöflichkeit – im Gegenteil, das ist außerordentlich nett. Und es garantiert eine weitere Einladung für das nächste Event. Sofern gewünscht natürlich.




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