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Blog, 29.05.2007

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29. Mai 2007

Das Wunschmenü

Was sehen Sie sich an, wenn Sie den Fernseher anschalten? Einen guten Film? Eine spannende Dokumentation? Eine Game-Show wie zum Beispiel „Wer wird Millionär“? Oder vielleicht eine Kochsendung? Ich bin – es liegt auf der Hand – ein Fan von Kochsendungen. Und hinterher probiere ich alles aus, was der Fernsehkoch zuvor mit seinen Gästen gezaubert hat. Mal glückt es – mal geht es schief. Auf jeden Fall sehe ich dem Kochkünstler gerne über die Schulter.

Aber wer hätte gedacht, dass ich einmal die Gelegenheit haben werde, jenem „Zauberer am Herd“ persönlich, leibhaftig und gegenwärtig bei der Herstellung seines Wundermenüs zusehen zu dürfen. Ich nicht! Aber so war’s….

Nein, ich wurde nicht zu einer Kochsendung eingeladen, um in einer Studioküche auf die Schnelle etwas zu köcheln. Ich besuchte auch keinen Kochkurs eines prominenten TV-Kochs. Sondern: eine TV-Sendung plante einen Piloten (= ein kurzer Film, der zur Einführung einer Serie gedacht ist), in dem es darum ging, dass jemand einen Freund oder einen Verwandten mit einem Menü überrascht. Das Ganze sollte im Haus desjenigen stattfinden, der die Einladung ausspricht. Drum herum: sämtliche Kameraleute, Maskenbildner und natürlich die Moderatorin des entsprechenden Senders. Und mit im Gepäck des Fernsehteams: der hauseigene TV-Koch.


Kameramann


Lange Rede, kurzer Sinn: meine Tante sollte überrascht werden und ich stellte dafür meine Küche zur Verfügung, lud ein befreundetes Paar meiner Tante ein und stand der Moderatorin für die eine oder andere Frage parat. Meine Tante selbst lud ich zu einem 'Ausflug' ein. Schon Tage vorher wienerte ich meine Küche – und den Rest des Hauses. Am Überraschungstag erschien um 12.30 Uhr das Team. Vor dem Haus baute das TV-Team einen großen Scheinwerfer auf, der direkt in die Küche leuchtete, im Haus wurden sämtliche Lichter angeschaltet. Draußen schien die Sonne – ein Lichtspender mehr, der einem guten Kamerabild sicherlich zuträglich war.


Lichtspender


Während der Koch die Küche „inspizierte“, um festzustellen, welche Utensilien ihm in der Küche zur Verfügung stünden, packten die Kameraleute aus – wie auch der Mann vom Ton und die Maskenbildnerin.
Nachdem sich alle eingerichtet hatten, fuhr die Truppe noch zum Ammersee, der ja gleich in der Nähe liegt, und drehte dort ein paar Sequenzen. Nachdem sie zurückgekommen waren, begab sich der „Küchenmeister“ in „sein Revier“ und begann zu kochen.



Küche


Bereits am Vortag hatte ich meine Tante angerufen, um mich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Keinesfalls sollte dieser Dreh abgesagt werden – der Aufwand im Vorfeld war schon derart immens, dass eine Absage kostspielig geworden wäre – natürlich nicht für mich, aber für die Redaktion. Meine Tante wusste zwar nicht, was sie erwartete, aber an meiner ständigen Nachfrage, ob es ihr gut gehe, erkannte sie, dass mir wohl sehr viel an ihrem Kommen lag. So meinte sie: „Ich würde mich auch noch zu dir schleppen, wenn ich todkrank wäre…“ Nun, soweit würde ich es natürlich nicht kommen lassen….
Während die Moderatorin und ich den Tisch deckten und uns unterhielten, wurde in der Küche förmlich gezaubert. Um 17.00 Uhr kam das befreundete Ehepaar, das aufgrund der aufkommenden Hektik – um 18.00 Uhr sollte ja meine Tante ankommen – etwas in den Hintergrund geriet. Ich zog mich um, wurde noch einmal nachgeschminkt und bereitete mich psychisch auf den großen Moment vor. Dann war es soweit: meine Tante fuhr vor. Ich eilte zu ihr, das Kamerateam wie auch die Gäste und die Moderatorin brachten sich in Position und ich führte unseren Gast in den Garten. Als wir um die Ecke bogen, erkannte meine Tante die Situation – wenigstens teilweise, denn die Sachlage als solche war sicherlich nicht sofort zu erkennen.
Nachdem wir uns also alle platziert hatten, wurde uns das traumhafte Menü serviert. Und eines ist sicher: nicht nur meine Tante war begeistert!







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