Donnerstag, 08.01.2009
Und hinterher wird gefastet...
Ich faste! Genauer gesagt mache ich gerade eine Heilfastenkur nach Buchinger. Das heißt, ich trinke nur – Tees, Säfte und Brühe. So ist das, wenn man seine neuen Vorsätze sofort konsequent umsetzt. Tatsache ist, ich habe über die Feiertage viel gegessen – ach, nicht nur über die Feiertage, sondern den ganzen Dezember hindurch. Und ich habe viel getrunken: Glühwein, Sekt, Rotwein und…und…und… Ja, und als ich Ende Dezember auf die Waage gestiegen bin, zeigte diese gleich einiges mehr an. Das war der Zeitpunkt, an dem ich mir vornahm, wieder zu fasten.
Ich habe bereits im letzten Jahr gefastet – eine Woche lang. Zugegeben, meine Laune war damals nicht immer die Beste, als ich nur trinken und nichts essen durfte. Doch hinterher fühlte ich mich großartig - entgiftet, entschlackt und nebenbei hatte ich auch noch drei Kilo abgenommen. Das konnte ich auch halten – bis der Dezember kam.
Und nun stecke ich wieder inmitten einer Fastenkur. Die Laune schwankt, aber ich halte durch. Erst am Montag war ich bei Sabine, meiner Nachbarin, eingeladen. Es gab wunderbar duftenden Glühwein und leckere chilenische Empanadas gefüllt mit Hackfleisch, Eiern und Rosinen und als Nachtisch selbst gemachte rote Grütze mit einer Gries-Vanille-Soße. Schade nur, dass ich nichts essen konnte und den Abend über nur Mineralwasser trinken durfte. Doch Sabine gab mir eine ihrer feinen Empanadas mit und ich fror sie ein, damit ich sie nach meiner Kur genießen kann.
Während der Fastenzeit lese ich am liebsten Kochbücher und –zeitschriften. Alle anderen fragen mich, wie ich es schaffe, ständig die feinen Rezepte plus Fotos anzusehen ohne einen Heißhunger zu bekommen. Es geht! Denn es ist die unglaubliche Vorfreude, die mich standhaft bleiben lässt. Ich klebe kleine Zettelchen in besagte Lektüren oder schreibe Listen, was ich in der nächsten Zeit kochen werde. Und ich spreche Einladungen für die Zeit danach aus – zum Frühstücken oder Abendessen. Und wenn der Moment gekommen ist, dann ist das erste Stück Obst, das ich essen darf, für mich wie ein exquisites Mahl in einem erstklassigen Restaurant. Wirklich!
Auch wenn ich derzeit selbst nichts esse, so möchte ich doch ein wirklich tolles Rezept vorstellen: die Schokotarte! Ich habe es von Gert, einem Koch, den ich auf der „Eat’n Style“-Messe kennen gelernt habe. Ich hatte kürzlich diese Tarte gemacht und mit in die Redaktion genommen. Ursprünglich dachte ich, es bleibt das eine oder andere Stück übrig, das ich dann mit nach Hause hätte nehmen können, um es anschließend für Table Talks zu fotografieren. Doch nach kurzer Zeit kamen immer mehr „Tarte-Interessierte“ in mein Büro und ich sah die Stücke schwinden. Daher lieh ich mir irgendwo eine Kamera aus und fotografierte auf die Schnelle das letzte Stück, welches kurz darauf ebenfalls in die Fänge irgendeines Kollegen geriet. Später, als nichts mehr da war, kamen immer noch weitere Anfragen. Und die Bitte, das Rezept an sie weiterzugeben. Das tat ich gerne. Und dieses möchte ich auch Ihnen nicht vorenthalten.
Vorab noch eines: bei diesem Rezept wäre es angebracht, nicht an die Kalorien zu denken, sondern sein Augenmerk lediglich auf den einzigartigen Geschmack und die zarte Konsistenz dieser Tarte zu richten.
Zutaten:
Für den Mürbteig: |
|
|
50 |
g |
Zucker |
100 |
g |
Butter |
150 |
g |
Mehl |
1 |
Spritzer |
Essig |
1 |
|
Ei (zum Bestreichen) |
Für die Schokoladenmasse: |
|
|
600 |
g |
flüssige Sahne |
600 |
g |
Kuvertüre (dunkel; grob zerkleinert) |
3 |
|
Eier |
Zubereitung:
- Die Zutaten für den Mürbeig zusammen mischen und kneten.
- Die gefettete Kuchenform mit dem Mürbteig auslegen.
- Mürbteigboden bei 200° C golden backen.
- Währenddessen 600 g Sahne aufkochen, Hitze zurück drehen und die 600 g Kuvertüre in die Sahne einrühren, bis diese vollständig geschmolzen ist.
- Die Sahne-Schokomasse abkühlen lassen und die drei Eier einzeln in die Masse mit dem Schneebesen einrühren.
- Den goldgelben Mürbteig mit Ei bepinseln, nochmals anziehen lassen (Ei fest werden lassen, dies isoliert den Boden von der Füllung).
- Die Schokomasse auf den warmen Boden gießen und bei 95°C für ca. 1:30 bis 1:40 Std backen. Der Kuchen sollte nur stocken und nicht aufgehen, daher ist es wichtig, dass der Ofen nie über 95°C erhitzt wird.
- Kuchen über Nacht kühl stellen.

...und nicht vergessen, einen Kommentar zu hinterlassen! Danke!!!
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